ZWISCHEN IDEOLOGIE UND WIRKLICHKEIT
Lange Zeit betrachtete man Frauen im Nationalsozialismus vor allem als Opfer einer patriarchalen Gesellschaft. Heute zeichnet sich ein differenziertes Bild: Frauen hatten je nach Zugehörigkeit zur „Volksgemeinschaft“ unterschiedliche Rollen. Sie waren Täterinnen, Mitläuferinnen, Zuschauerinnen, leisteten Widerstand oder halfen Verfolgten. Frauen, welche die Nationalsozialist:innen als „fremdvölkisch“ oder „rassisch minderwertig“ ansahen, waren Opfer des Regimes. Ebenso vielschichtig war die Rolle der Frau als Arbeiterin, die sich von der freiwilligen, bezahlten Arbeit über ideologisch beeinflusste Tätigkeiten bis hin zur Zwangsarbeit erstreckte.